Was ist Grippe?

Schnupfen, Husten, Fieber... „Ich hab die Grippe!”
Glücklicherweise stimmt das meist nicht.

  • Einige Bakterienarten und vielen Viren verursachen akute Atemwegsinfektionen, in Deutschland oft fälschlicherweise pauschal als Grippe bezeichnet; wenige sind gefährlich (z.B. Parainfluenzaviren, Rhinoviren, Coronavirus...)
  • „Influenza”: die von den Influenza-Viren A, B oder C verursachte Erkrankung
  • deutsch/engl. „Influenza“, franz./russ. „Grippe”
  • Erreger: international „Influenza-Viren”
  • Die Influenza-Infektion ist potentiell gefährlich

Akute Atemwegserkrankungen können auch durch Bakterien verursacht werden. Diese greifen besonders Menschen an, deren Abwehr geschwächt ist, z.B. alte oder chronisch kranke Menschen. So sind z. B. zusätzliche bakterielle Infektionen bei Patienten mit Influenza gefürchtet, da diese Komplikationen (z.B. Lungenentzündung durch Pneumokokken) oft dramatisch verlaufen.

Influenza – die Symptome

Meist beginnt die Erkrankung aus heiterem Himmel: Aus völligem Wohlbefinden heraus treten Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, heftige Kopfschmerzen, Schüttelfrost, allgemeines, z.T. schweres Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit sowie Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit auf.
Das Fieber, welches eine Abwehrreaktion des Körpers darstellt, tritt in der Regel am Beginn der Erkrankung plötzlich auf und erreicht sehr schnell Werte von 38° bis über 40°C. Es kann drei bis vier Tage anhalten. Ein erneuter Fieberanstieg um den dritten Krankheitstag weist auf den Beginn einer bakteriellen Besiedlung oder bakteriellen Infektion hin. Kopf- und Gelenkschmerzen stehen darüber hinaus bei vielen Patienten im Vordergrund der Symptome.

Noch Wochen nach Abklingen der Influenza leiden die Patienten oft an einer ausgeprägten allgemeinen Leistungsschwäche und Unwohlsein bis hin zur Depression.

Grippezeit – schützen Sie sich wirkungsvoll!

  • Achtung Tröpfcheninfektion: Ansteckung, wenn andere Menschen husten oder niesen
  • Große Infektionsgefahr besteht, wo viele Menschen in engem Kontakt miteinander stehen: in öffentlichen Verkehrsmitteln, Diskotheken, Cafés, Kinos, Sportstätten, Schulen, Kindergärten, Ämtern, Hörsälen, Krankenhäusern, Altersheimen, Reha-Kliniken... auch im Wartezimmer des Arztes!

Generell gilt in der Grippezeit:

  • Vermeidung von Massenansammlungen
  • Vermeidung von Kontakten mit Risikopersonen zu deren Schutz
  • Beim Husten und Niesen Hand vor Nase und Mund!
  • 
Einwegtaschentücher verwenden und im Mülleimer entsorgen
  • Vermeidung des Handgebens zur Begrüßung
  • Schließung von Schulen (nur durch Behördliche Anordnung)
  • Kinder erkranken früher als Erwachsene und verschleppen die Infektion in ihre Familien
  • Nicht geimpfte Risikopatienten bleiben möglichst zu Hause und meiden nicht erforderliche Arztbesuche


Influenza – warum impfen?

Der effektivste Ansatz zur Verhütung von Infektionskrankheiten ist die Schutzimpfung (für Influenza seit 1940 verfügbar). Ihre Wirksamkeit und gute Verträglichkeit wurde in zahlreichen großen Untersuchungen bewiesen. Durch das Spritzen abgetöteter Influenza-Viren oder -Virenbestandteile wird das Immunsystem angeregt, Antikörper gegen das Influenza-Virus zu bilden. Die Zusammensetzung der Influenza-Impfstoffe wird jährlich neu bestimmt, um auf Veränderungen der Viren zu reagieren. Dafür gibt die WHO (World Health Organisation; Weltgesundheitsorganisation) jährlich Empfehlungen heraus, die auf den Ergebnissen der verschiedenen Überwachungssysteme basieren.
Die nach einer Impfung gebildete Immunität ist sechs bis zwölf Monate wirksam. Es wird empfohlen, die Impfung möglichst in der Zeit von September bis November durchführen zu lassen. Eine Impfung ist jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll, da der Impfschutz bereits sieben bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt ist.

Impfempfehlungen
...der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom Robert-Koch-Institut / Stand: Juli 2001. Eine jährliche Impfung wird für die folgenden Personengruppen empfohlen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, (HIV-Infektion)
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen mit umfangreichen Publikumsverkehr
  • Darüber hinaus sollte sich jeder impfen lassen, der eine Influenzainfektion vermeiden will.